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Wie gef√§hrlich sind gro√üe Wohnungsunternehmen f√ľr uns?

Unsere beiden größten Wohnungsunternehmen Vonovia und Deutsche Wohnen beherrschen in den Städten mit Wohnungsknappheit den Markt und nutzen das gezielt aus.

Sie nutzen alle Instrumente, um ihre Gewinne nach oben zu schrauben. Der Rand der Legalit√§t ist l√§ngst √ľberschritten.

Dieses Verhalten kennen wir auch in anderen Bereichen, wo private Investoren Aufgaben der Kommunen oder des Staates √ľbernommen haben. Mir fallen da spontan die Wasserversorgung und Abwasserentsorgung, M√ľllbeseitigung und der Wohnungsbau ein.

Auf der einen Seite werden Mitarbeiter entlassen, weil sie einen liegengebliebenen Pfand-Bon einlösen oder eine Schnitte von den Resten eines Buffets vertilgen, die ansonsten entsorgt worden wären. Auf der anderen Seite werden die Nutznießer und Akteure der CumEx-Geschäfte mit angezogener Bremse verfolgt, um die Straftaten wohl absichtlich verjähren zu lassen. Wie krank ist das?

Am Beispiel von Vonovia zeigt sich diese perverse Situation. In den Ballungszentren mit hohem Wohnungsmangel wir gekauft, was zu kriegen ist. Der Preis spielt eine untergeordnete Rolle. Meist handelt es sich um alten Wohnungsbestand mit einfachen Wohnungen, viele davon mit geringer Ausstattung und niedrigen Mieten.

Im ersten Schritt werden die Mieten schlagartig um 20 bis 30 % und mehr erh√∂ht. Dann werden die Nebenkosten aufgebl√§ht und die Mieter hier√ľber nach allen Regeln der Kunst abgezockt. Zum Teil werden nicht erbrachte Leistungen abgerechnet oder Leistungen erbracht, die absolut unsinnig sind.

In der letzten Zeit sind mir mehrere Heiz- und Betriebskostenabrechnungen zugespielt worden, die neben krassen Abrechnungsfehlern auch h√§ufig Fl√ľchtigkeitsfehler enthielten. Statistisch gesehen m√ľssten die Fehler ja etwa zur H√§lfte zum Vorteil oder zum Nachteil von Vonovia sein. Sie ahnen schon, dass das nicht der Fall ist. Richtig. Mir ist keine Abrechnung aufgefallen, die einen Fl√ľchtigkeitsfehler mit Nachteilen f√ľr Vonovia enthielt. Was soll man davon halten?

Aufgrund der h√∂heren Fluktuation und des hohen Wohnungsbestandes im Vergleich zu vielen kleinen Wohnungsgesellschaften und Mietshausbesitzern flie√üen die Daten von Vonovia √ľberproportional in den Kieler Mietspiegel ein. Anschlie√üend beruft sich Vonovia darauf, sich bei den Kosten an dem Mietspiegel orientiert zu haben. Die √ľberh√∂hten Nebenkostenabrechnungen sind Bestandteil dieses Mietspiegels. Dies gilt f√ľr die Mieten und die durchschnittlich angefallenen Nebenkosten.

Der sogenannte Qualifizierte Mietspiegel wurde zwar nach wissenschaftlichen Methoden erstellt, die Frageb√∂gen wurden nach meiner Auffassung aber so irref√ľhrend erstellt, dass die meisten Mieter damit √ľberfordert waren und kaum verwertbare Frageb√∂gen in den Mietspiegel eingeflossen sind. √Ąhnliches ist wohl mit Abstrichen auch auf der Seite der privaten Vermieter passiert.

Die Stadt Kiel hat die Frageb√∂gen direkt nach Fertigstellung des Mietspiegels vernichtet. Als der zust√§ndige Dezernent darauf angesprochen wurde, soll er die kritischen Mitglieder des Stadtrates w√ľtend beschimpft haben. Es kann also nicht mehr nachgewiesen werden, welche Daten in den Mietspiegel eingeflossen sind.

Unter den 9 Organisationen, die den Mietspiegel anerkannt haben, ist nur der Kieler Mieterverein den Mietern zuzuordnen, der Rest ist den Vermietern zuzuordnen. Der Kieler Mieterverein zeichnet sich leider nicht gerade durch seinen konsequenten Einsatz f√ľr die Mieter oder durch hohe Kompetenz aus.

Ausl√∂ser f√ľr diesen Beitrag war ein Artikel aus KN-Online. Wer ihn lesen m√∂chte, folgt dem Link:

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Unsere Demo in Mettenhof

Am 26.04.2019 hatten wir unsere erste Demo gegen die Praktiken von Vonovia und anderer Großvermieter.

Obwohl wir bisher noch nicht in allen betroffenen Stadteilen f√ľr unsere Veranstaltung geworben hatten, sind 350 bis 400 Kieler unserem Aufruf gefolgt. Als der Zug auf der Kreuzung Skandinaviendamm l√§ngere Zeit stehen blieb, dachten viele Demonstranten, die Demo sei am Endpunkt angelangt und der Zug verd√ľnnte sich.

Beim n√§chsten Mal, haben wir dann alle Stadtteile erschlossen und hoffen auf eine noch h√∂here Beteiligung betroffener Mieter. F√ľr den Anfang war die Veranstaltung ein gro√üer Erfolg.

Alle, die sich das Video anschauen wollen, folgen dem Link.
Zum Video unserer Demo in Mettenhof

Finanztest

Bundesweit beschweren sich Mieter √ľber die Nebenkosten, die Deutschlands gr√∂√üter Immobilienkonzern Vonovia abrechnet. Erstmals mischt sich nun auch die Politik ein und Mietervereine planen eine Sammelklage.

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