Dimensionierung von Wasserzählern

Leider sind in den Übergabestationen noch immer viel zu große Wasserzähler installiert. Dies führt dazu, dass

der mit überdimensionierten Wasserzählern ermittelte Gesamtverbrauch eines Mehrfamilienhauses vorsichtig geschätzt 25 % über dem tatsächlichen Verbrauch liegt und mit den Mietern als Grundlage für die Abrechnung des Frischwassers und die Entsorgung des Schmutzwassers herangezogen wird. Vielfach liegt der zuviel angezeigte Wasserverbrauch wohl über 30 %. Nach derzeitigen Stand macht das meist gut 5 Euro pro Kubikmeter aus.

Ein realistisches Beispiel:

In einem Mehrfamilienhaus mit 16 etwa gleich großen Wohnungen hat nach Abrechnung des Versorgers 1232 m³ Wasser zum Preis von 2446,47 Euro verbraucht, für Abwasser wurden 2229,67 Euro berechnet, insgesamt 4676,14 Euro. Jeder Mieter muss nach dieser Berechnung 292,59 Euro im Jahr bezahlen. Ausgehend von einem Messfehler in Höhe von 25 % hat jeder Mieter 58,52 Euro zuviel gezahlt.

Der Versorger freut sich, denn er erhält pro Wohnung 58,52 Euro, die ihm eigentlich gar nicht zustehen, das macht allein für Kiel mindesten 600.000 Euro aus. Der Versorger hat gar kein Interesse, an dem Zustand etwas zu ändern.

Der Vermieter weiß in Regel gar nichts davon, dass seine Mieter zuviel zahlen müssen. Selbst wenn, wäre es ihm ebenso vollkommen egal, denn er gibt die Rechnung so weiter. Würde er sich dafür einsetzen, dass der Versorger einen korrekt dimensionierten Wasserzähler einbaut, müsste er 200 Euro bis 300 Euro für den Umbau berappen und könnte dies leider nicht als Modernisierungsmaßnahme auf seine Mieter umlegen. Er hat also auch gar kein Interesse daran, das zu ändern.

In unserem Beispiel genügt ein Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss von 2,5 m³/h, dieser Zähler würde den tatsächlichen Verbrauch relativ genau erfassen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass hier ein Wasserzähler mit einem Nenndurchfluss in Höhe von 15 m³/h oder sogar 30 m³/h eingebaut ist. Der maximale Durchfluss beträgt immer das zweifache des Nenndurchflusses.

Zurück zu unserem Beispiel:

Bei unseren 16 Mieter könnten die Mieter mit einem Wasserzähler von 30 m³/h, vorausgesetzt sie drehen alle gleichzeitig ihre Zapfstellen voll auf, jeder für sich 3,75 m³ in der Stunde abnehmen. Das schaffen sie schon aufgrund der Zuleitungen zu den Zapfstellen nicht, denn die haben meist einen wirksamen Durchmesser von 8 mm.

Weitere Informationen mit gesetzlichen Grundlagen finden Sie auf dem Link Zur Fundstelle. Dort erfahren Sie auch, wie Sie und wie eine Überprüfung der Übergabestation veranlassen und einen daraus resultierenden Austausch des Hauswasserzählers in die Wege leiten können.

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