Archiv für den Monat: November 2019

Vonovia 2018 und die Opfer

Das Jahr nähert sich dem Ende und es ist Zeit, noch einmal in den Rückspiegel zu schauen. Dies betrifft unsere Aktivitäten, Ergebnisse und vielleicht auch Erfolge in Kiel.

Seit Anfang des Jahres veranstalten wir in unregelmäßigen Abständen Mieter-Versammlungen, leider noch nicht in allen Stadtteilen, haben 2 Demonstrationen organisiert und bieten Hilfe beim Widerspruch gegen überhöhte Nebenkostenabrechnungen, ungerechtfertigte Mieterhöhungen und der Prüfung von Modernisierungen an. Wir unterstützen Rechtsanwälte oder helfen bei der Auswahl eines geeigneten Rechtsanwaltes, mit dem wir oder andere Betroffene bereits gute Erfahrungen gesammelt haben. Bei Gerichtsverhandlungen kommen wir als Beobachter.

In Kiel arbeiten Mieter-Netzwerk, Mietwucher-Kiel und das Bündnis für bezahlbares Wohnen und mit Initiativen in anderen Städten zusammen, wie zum Beispiel Hamburg, Dortmund, Dresden, Bremen, Stuttgart, Witten und Berlin …

Es kamen bis auf wenige Ausnahmen ausschließlich Mieter zu uns, die ihre Wohnung bei Vonovia gemietet haben.

Unterlagen die Nebenkosten in der Vergangenheit bei den vorherigen Vermietern moderaten Preissteigerungen, nehmen die Kosten nach der Übernahme der Wohnungen durch Vonovia Fahrt auf. Neue Kostenpositionen werden erfunden, die Preise steigen für alle erbrachten und erfundenen Leistungen rasant in die Höhe.

Highlights 2018 aus Kiel: Friedrichsort, Wik, Mettenhof und Gaarden
Vonovia erlöst für eine Hausmeister/Objektbetreuer rund 100.000 Euro, obwohl er für nichts zuständig ist.

Bei einer Ölheizung kostet das Peilen des Restölbestandes 230 Euro.

Ein gegen die Durchflussrichtung eingebauter Wärmezähler wird nicht gedreht. Der Verbrauch wird lieber auch im zweiten Jahr geschätzt.

Der Hausmeister kontrolliert jede Woche, ob die Außenbeleuchtung funktioniert. Trotzdem war in mehreren Hauseingängen die Außenbeleuchtung mehrere Monate ausgefallen. Die Beleuchtung in einem Treppenhaus hat er an einem Tag 14 Mal kontrolliert. In einem anderen Objekt hat der Hausmeister seine Kontrollen auch an Sonn- und Feiertagen ausgeführt. Wer es glaubt, wir selig.

In einigen Objekten werden ungeeichte Wasserzähler verwendet und in anderen Liegenschaften werden gerade erst eingebaute Wasserzähler durch neue Messgeräte ersetzt.

Bei einer angekündigten Modernisierung wurde ein Energetisches Gutachten vorgelegt, wo in einem Objekt mit Satteldach das Flachdach gedämmt werden sollte und die Qualität der Wärmedämmung der vorhandenen Fenster viel zu schlecht beurteilt wurde, obwohl die vorhandene Wärmedämmung nahe an dem angestrebten Wert der neuen Fenster liegt.

Vonovia ruft bei einigen renitenten Mietern an und bietet den Verzicht auf die Nachforderung an, wenn im Gegenzug auf eine schriftliche Betätigung verzichtet wird.

Alles zusammen erhärtet den Verdacht, dass hier in allen Bereichen und nach allen Regeln der Kunst beschissen wird und mit der Unwissenheit der Mieter oder der Angst vor dem Verlust der Wohnung Kasse gemacht wird. Die Politik schaut entweder bewusst oder hilflos zu und schützt im Zweifel eher das Geld und nicht die Menschen.

Wird diese Entwicklung nicht gestoppt, können sich immer mehr Mieter die Wohnungen nicht mehr leisten.

Die Aussagen eines Whistleblowers bestätigen ebenfalls unseren Verdacht. Auch die Arbeitsbedingungen, die Entlohnung und der Umgang mit den Mitarbeitern sind vergleichbar mit den Bedingungen im Einzelhandel. Es ist nur eine Frage der Zeit, wann sich der Nächste bei uns meldet.

Zur Wahrung der Anonymität können wir weder die Stadt, den Arbeitsort noch Einzelheiten über den Tätigkeitsbereich preisgeben!

kontakt@mieter-netzwerk.de